Bürgerversammlung

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

in Anbetracht der derzeitigen Coronasituation, die von uns allen viel abverlangt, ist eine Bürgerversammlung ein Risiko, das vermieden werden sollte. Denn eines ist klar: solange nicht ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist, gilt es, Kontakte zu vermeiden, wo immer es geht. Deshalb wird es im Jahr 2020 keine Bürgerversammlung geben. Einige herausragende und wichtige Zahlen und Informationen möchte ich Ihnen deshalb auf diesem Wege mitteilen.

Sie können aber gerne Fragen oder Anregungen, die Sie auf einer Bürgerversammlung gestellt hätten, mir über das „Kontaktformular“ auf der Homepage der Gemeinde Ustersbach, per E-Mail (bgm.reiter(at)usteresbach.de) oder schriftlich zukommen lassen. Selbstverständlich können Sie gerne auch telefonischen Kontakt aufnehmen (08238/3006-19).

Mit die wichtigste Entscheidung mit der größten Tragweite für die Gemeinde, die der Gemeinderat im Jahr 2020 getroffen hat, war sicherlich der Beschluss zum Neubau eines Kindergartens. Damit kann weiterhin allen Kindern der gesetzlich zugesicherte Betreuungsplatz angeboten werden und dem Wandel der Gesellschaft Rechnung getragen werden. Da heute in fast allen Familien beide Elternteile berufstätig sind, haben sich die Zahl der Kinder und die Betreuungszeiten im Kindergarten stark erhöht. Außerdem wird damit die Attraktivität unserer Gemeinde für junge Familien weiter gefestigt. Ebenso kann an dem neuen Standort auch zukünftig noch auf weiteren Platzbedarf, sei es im Kindergarten oder im Hort, flexibel reagiert werden.

Von nicht minder herausragender Bedeutung war der Beschluss zum Bau einer Aufbereitungsanlage für den Brunnen 5. Der Brunnen 5 liefert Wasser von bester Qualität, leider aber mit einem zu hohen Eisen- und Mangananteil. Dies wiederum würde zwar für den Endverbraucher kein Problem und keine Beeinträchtigung in der Qualität des Wassers darstellen, führt aber zu Problemen im Rohrnetz durch Ablagerungen und Ausflockungen. Durch die Aufbereitungsanlage wird der Eisen- und Mangananteil ohne chemische Zusätze, nur durch Filtration und Belüftung mit Sauerstoff, soweit verringert, dass diese Probleme im Rohrnetz vermieden werden.

Im Bereich der Wasserversorgung stehen in den nächsten Jahren hohe Investitionen an, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir damit die Versorgung mit Trinkwasser bester Qualität für uns und die nächsten Generationen wieder zukunftssicher aufstellen. Die Gemeinde Ustersbach gibt hier gemeinsam mit den Stadtwerken Augsburg, die im Jahr 2019 die Betriebsführung der Wasserversorgung übernommen haben, ihr Bestes, um Probleme, wie sie in anderen Kommunen aufgetreten sind, zu vermeiden. Durch die Vorkommnisse in unseren Nachbargemeinden wird immer mehr klar, wie enorm wichtig sauberes, unbelastetes und gutes Trinkwasser ist. Trinkwasser ist nun mal unser Lebensmittel Nr. 1.

In der Wasserversorgung wurden heuer Maßnahmen abgearbeitet, die der Sicherung und Qualität der eigenen Wasserversorgung dienen. Hier seien die Sanierung des Brunnens 3 erwähnt, der nun wieder dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Außerdem konnte die Teilsanierung des Hochbehälters abgeschlossen, der Notverbund mit dem Wasserzweckverband Staudenwasserversorgung automatisiert und den technischen Erfordernissen angepasst werden. Wenn die Gemeinde Ustersbach Hochbehälter und Brunnen 5 wieder auf einen modernen Stand bringt, bedeutet dies auch: sauberes, gutes und qualitativ hochwertigstes Trinkwasser für Jahrzehnte. Rechnet man dann Kosten auf 40 Jahre, relativieren sich diese Summen wieder. Trotzdem müssen wir angesichts der gesamten Aufgaben, die der Gemeinde bevorstehen, bei der Wasserversorgung vielleicht irgendwann über einen Verbesserungsbeitrag für die Bürger nachdenken.

Eine weitere Investition in die Zukunft war in diesem Jahr die Anschaffung eines neuen Feuerwehreinsatzfahrzeuges mit Kosten von rund 400.000 €. Da das alte Fahrzeug mittlerweile über 30 Jahre alt ist, war eine Ersatzbeschaffung dringend angeraten. Damit steht der Feuerwehr dann wieder ein modernes und nach dem heutigen Stand der Technik ausgestattetes Fahrzeug zur Verfügung, um im Ernstfall schnelle und effektive Hilfe leisten zu können.

Ebenfalls hat der Gemeinderat in diesem Jahr den Ausbau und die Verbesserung der digitalen Infrastruktur an der Schule vorangetrieben. Hier muss die gesamte EDV-Anlage erneuert werden und im gesamten Forum wurde eine WLAN-Verbindung aufgebaut. Zukünftig werden auch noch die Klassenzimmer mit digitalen Tafeln ausgerüstet. Gerade in der momentanen Coronasituation ist eine moderne digitale Ausstattung der Schule enorm wichtig, um den Schülern trotz aller Widrigkeiten jetzt und zukünftig eine optimale Schulbildung zu ermöglichen.

Die Grundschule im Ort ist sicherlich neben dem Kindergarten der größte Standortfaktor für eine kleine Gemeinde. Unsere Grundschule ist nach mittlerweile rund 25 Jahren Gebrauchsdauer immer noch in einem wunderschönen und sehr guten Zustand. Hier gilt unser größtes Augenmerk nicht nur auf den baulichen Erhalt, sondern vielmehr auch auf den Erhalt des Schulstandortes Ustersbach als solches. Hier möchte ich neben dem gesamten Lehrerkollegium besonders der Rektorin Frau Wolff danken, die durch Ihr Engagement und die Zusammenarbeit mit der Helen-Keller-Förderschule Dinkelscherben ihren Teil dazu beiträgt.

Aber auch den Reinigungs- und Betreuungskräften sowie unseren Bauhofmitarbeitern gilt mein ganz besonderer Dank. Es ist doch eine Freude, mit anzusehen, wenn ein öffentliches Gebäude in einem gepflegten Zustand ist, wenn im Sommer das Gras gemäht ist, wenn im Herbst das Laub weggeräumt ist und wenn im Winter der Schnee geräumt ist…

Mein weiterer Dank gilt den Erzieherinnen im Kindergarten, die sich Jahr für Jahr um unsere kleinsten Mitbürgerinnen und Mitbürger kümmern. Gerade in Zeiten eines Lockdowns müssen sie und das Lehrerkollegium außergewöhnliche Leistungen vollbringen, um die Situation bewältigen zu können.

Die Finanzierung all dieser Aufgaben und Projekte ist sicherlich ein enormer Kraftakt für die Gemeinde Ustersbach, aber es gilt hier in erster Linie, Pflichtaufgaben zu erfüllen und den Ort lebenswert und liebenswert zu erhalten. Wir investieren damit vor allem in die Zukunft unserer Kinder und in eine gute Infrastruktur, damit noch Leben und Lebensqualität im Ort herrscht.

Die Verschuldung der Gemeinde setzt sich aus den Schulden des Schulverbandes Ustersbach-Dinkelscherben und den gemeindlichen Schulden zusammen.

Die Schulden des Schulverbandes betragen zum 31. Dezember 2020 ca. 92.900 €. Hieran ist die Gemeinde Ustersbach entsprechend seiner Schülerzahl zu 70 % beteiligt. Dies ergibt, umgerechnet auf unsere 1229 Einwohner (Stand 31.12.2019), eine Pro-Kopf-Verschuldung von 75,59 €. Die gemeindliche Verschuldung beträgt zum Jahresende 156.673 €, damit ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 147,48 €.

Der Haushalt 2020 ist von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden und kommt trotz der verschlechterten Einnahmensituation durch die Coronakrise ohne Neuverschuldung aus. Steueranhebungen werden im Jahr 2020 nicht vorgenommen. Die Grundsteuer A liegt bei 360%, die Grundsteuer B sowie die Gewerbesteuer bei 345%.

Abschließend danke ich dem Gemeinderat und meinen beiden Stellvertretern im Amt, Bernhard Schmid und Anja Völk für die Arbeit zum Wohl der Gemeinde. Weit über die Sitzungen hinaus engagieren sich meine Stellvertreter und die Gemeinderäte und arbeiten konstruktiv im Gemeinderat mit. Aber auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Ustersbach und im Rathaus der Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen sage ich: Danke

Danke möchte ich auch all jenen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sagen, die durch ihre große Hilfsbereitschaft eindrucksvoll bewiesen haben, dass eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft vielen geholfen hat, dieses Jahr, welches unser Leben in vielen Dingen auf den Kopf gestellt hat, zu überbrücken und zu gestalten. Auch gilt mein Respekt den jungen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im ganzen Land, die auch in besonderem Maße von der Pandemie betroffen sind. Verstöße gegen die Coronaregeln sind eine absolute Ausnahme. Dies zeigt eindrucksvoll, dass sich auch die junge Generation ihrer Verantwortung bewusst ist.

In diesem Sinne wünsche ich jetzt schon Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, trotz der schwierigen Lage eine schöne Weihnachtszeit und vor allem Gesundheit.

Weihnachten ist heuer ein anderes Weihnachten, eines, das wir uns vor einem Jahr noch nicht vorstellen konnten. Wir mussten lernen, mit ungeahnten Einschränkungen umzugehen. Liebgewordene Gewohnheiten und menschliche Nähe waren plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Das hat viele von uns, menschlich und beruflich, an unsere Grenzen geführt.

Weihnachten ist heuer deshalb ein besonderes Weihnachten. Kontakte sollen eingeschränkt werden, Restaurantbesuche und Urlaub weg von zuhause können nicht stattfinden, viele Traditionen wird es in diesem Jahr nur eingeschränkt geben. Aber wir können dies auch als Chance nutzen und uns auf wirklich wichtige Dinge des Lebens konzentrieren:

Zeit in und mit der Familie, Zeit für uns…

Die eine oder andere Sache hat Corona auch „entschleunigt“, dies kann uns Zeit für andere Dinge geben. Dinge, die in der Hektik des Alltags zu kurz kamen…

Mit freundlichen Grüßen
Willi Reiter
Erster Bürgermeister